Muster und Normen

Natürlich sind Käfer und der liebe Gott zwei unterschiedliche Dinge. Der eine krabbelt auf dem Boden, der andere auf einer Wolke und kratzt sich den weißen Bart. Woher ich das Weiß? Natürlich aus dem Lexikon, da kann man’s nach lesen. Kluge Biologen haben sich über Käfer Gedanken gemacht und Theologen über den Herrn.  Das mit dem Käfer kann ich gut nachvollziehen, schließlich krabbelt ab und an einer auf mir rum. Das mit Gott ist nicht ganz so einfach, aber wenn man so den Argumenten lauscht, ist da schon was dran (Nächstenliebe, die historischen Ereignisse vor ca. 2000 Jahren, … ), könnte schon passen. Wie gesagt, ein Käfer ist da etwas greifbarer, der kitzelt, und man kann ihn sehen (und andere auch) und wenn man drauf drückt, knackt es. Na ja, die Liebe und ein schlechtes Gewissen kann man auch spüren und handgreifliche Beweise (Kreuze, Bibeln, … ) gibt es auch für unseren Schöpfer.

Wenn ich jetzt von mir ausgehe, was der Unterschied ist (Käfer <-> Gott), muss ich ehrlich sagen, eine andere Kombination von Eindrücken. Die eine wurde  mit dem einen Namen und Kontext belegt, die andere mit dem anderen. Das ist nicht wirklich eine neue Erkenntnis: Wir nehmen Dinge durch unsere Sinne war und geben den Mustern Namen (andere nennen das Schatten an der Wand).

Was aber haben wir jetzt davon, wenn wir alles (Kombinationen von Eindrücken) einfach willkürlich Definieren können? Was wollen wir? [wir = “Durchschnittsmensch” will: eine schöne Zeit, sprich Gesundheit und Freunde]

Aber wenn wir Menschen das alles wissen, warum der ganze Murks (Streit, unvernünftiges Verhalten)? Nicht nur meine Vermutung: mangelndes Selbstbewusstsein: wir wissen nicht wer wir sind, wie wir uns selbst lenken. Wir sind zu feige es Herauszufinden, und das ist zum großen Teil eine willkürliche Entscheidung. Auf gesellschaftlicher Ebene holen wir uns dann die Folgen ab:  Gier, Krieg, Verkehrstote, Suizide,  … .

Warum funktioniert Unvernunft so gut? – Weil wir uns nicht eingestehen, dass wir auch nur Armeisen sind (oder Plankton, oder Pollen, oder Menschen, oder Mücken)

Weil wir nicht begreifen wie wir mehr werden können: durch willkürliche Definition. z.B.: Jeder Mensch ist gleich viel wert. Biologisch gesehen ist diese Aussage Nonsens. Ein junges, gesundes Weibchen ist viel mehr Wert als alte und kranke Menschen. Eine nächste Ebene wird erst durch Definition von uns hergestellt: denken, sprechen, schreiben und Handeln: Egal oder schwarz oder weiß, ob krank oder gesund, ob Ghandi oder Hitler alle Menschen sind gleich viel Wert. Wie die Gesellschaft mit den einzelnen Aktionen der Menschen umgeht ist eine andere Frage.

Verschiedene Muster prägen unser Leben. z.B. Biologie: Schlafen, Essen, Sex. Weniger streng: die Gesetze: StVO, BGB, … .  Wirtschaftliche Gesetze: Recourcen, Ziele, Bausparplan ….. laaaaaangweilig. Interessanter: selbst gesteckte Regeln/Rollen: Vegetarier. Rocker. Hippie. Wir stecken uns gern selbst in eine Schublade.  All diese Regeln geben unseren subjektiven Handlungs und Möglichkeistrahmen. Warum ist dieser so Gesteckt? Ja, ja, Mami und Papi haben mir die Gene vererbt und mich erzogen, nur die guten Seiten sind von mir. Mal ehrlich? Keiner weiß es. Nicht mal ob wir uns lenken können oder nicht. Wir könnten also beides glauben: wir können uns beeinflussen und wir können uns nicht beeinflussen. Können wir beeinflussen was wir glauben? Können wir beeinflussen, was wir beeinflussen wollen? Auch die Frage, wie groß der Freiheitsgrad des menschlichen Willens ist, ist meines Wissens nach nicht geklärt. Zu bedenken ist allerdings, dass der Erfolg von Werbung gut gemessen werden kann. Wie mache ich für mich für meine Ziele Werbung? Jeder Mensch verändert sich laufend. Bin ich Treibholz oder versuche ich Bildhauer zu sein?

About ralf

I studied Geology at University Erlangen and got my PhD (bio-nanotechnology) at TU Dresden. In my spare time i program simulations and tinker around with data prediction methods. Frisbee is my favorite sport and i play guitar when my friends and i meet to make some music.
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